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Immer mehr junge Menschen in Deutschland wollen den im Elend lebenden Menschen im Ausland "helfen". Allein die Initiative „weltwärts“ vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat in den letzten drei Jahren über 10.000 Freiwillige entsandt. Und es werden mehr: allein 2012 warten bereits 3500 junge Leute. Sie betreuen Obdachlose in Brasilien, Waisenkinder in Tansania oder schützen mit Förstern in Ecuador den tropischen Regenwald. Freiwilligendienste zu leisten "boomt".
Nur - wem ist damit geholfen? Können „Weltretter“ vor Ort wirklich helfen oder dient alles nur dem eigenen Fortkommen? Was haben die Menschen vor Ort davon? Auch wenn Hilfe zur Selbsthilfe propagiert wird, laufen viele Projekte ohne Spenden selten erfolgreich, um so erfolgreicher wachsen die Hilfsorganisationen. Welche Projekte von jungen Menschen für junge Menschen in sogenannten Entwicklungsländern machen überhaupt Sinn?
Darüber diskutiert Jacqueline Stuhler mit ihren Gästen.
Gäste im Studio:
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Jakob Bahret,
war nach dem Abitur ein Jahr in Tansania mit dem vom BMZ finanzierten „weltwärts“-Programm.
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Max Henninger
Mitbegründer von Skateistan, der ersten Skateboard-Schule für Straßenkinder in Afghanistan, die sich weltweit vernetzt.
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Veye Tatah
IT-Spezialistin aus Kamerun. Gegnerin von Entwicklungshilfe, weil sie selbstbestimmte Entwicklung verhindert.
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Nora Weisbrod
Organisiert erfolgreich Schüler-Spenden für Bildungsprojekte u.a. in Ruanda, Burundi und Südafrika mit der bundesweiten Initiative „Dein Tag für Afrika“.
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Prof. Dr. Wolfgang Gieler
Ethnologe mit Afrikaerfahrung, sieht keinen Sinn in der neuen „Weltrettungswelle“ ohne echten Austausch.
Buchtipps:
Die Mitleidsindustrie:
Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen
Autor: Linda Polman
Verlag: Campus Verlag
Erscheinungsdatum: 2010
Umfang: 267 Seiten
Kosten: 19,90 €
ISBN 978-3593392332
Beschreibung:
Ein aufwühlendes Buch, das die humanitären Hilfseinsätze in Frage stellt - sogar dort, wo es um Naturkatastrophen und Kriegsfolgen geht. Die Journalistin Linda Polman kennt Krisenherde der letzten vier Jahrzehnte aus eigenem Erleben und beschreibt, was tatsächlich die Hilfsbedürftigen erreicht und was in zweckfremde und korrupte Kanäle fließt. Hilfeleistungen in Zukunft scheinen absurd nach Lektüre des Buches.
Afrika, mein Leben
Erinnerungen einer Unbeugsamen
Autor: Wangari Maathai
Verlag: Dumont
Erscheinungsdatum: 2008
Umfang: 400 Seiten
Kosten: 19,90 €
ISBN 978-3832180362
Beschreibung:
Wangari Maathai hat Biologie und Veterinärmedizin studiert, war die erste Professorin Afrikas, dann Umweltschützerin, Initiatorin der Frauenbewegung von Kenia bis Zimbabwe, mehrmals im Gefängnis wegen Widerstands gegen die korrupte Staatsgewalt. 2004 erhält sie den Friedensnobelpreis. In der ersten freien Wahl Kenias kommt sie ins Parlament, war Vize-Umweltministerin. Ihr Vermächtnis: die Greenbelt-Bewegung, ein Aufforstungsprojekt von afrikanischen Frauen für eine Umwelt, die Früchte trägt, Wasser speichert und Arbeitsplätze bietet. Über 40 Millionen Bäume sind seither gepflanzt, Die charismatische Kenianerin Wangari Maathai ist am 25. November 2011 gestorben. Afrika , mein Leben, die Autobiographie von Wangari Maathai, ist ein wichtiges Dokument für die Kraft zur Veränderung, die in Menschen wie Wangari Maathai und vielen anderen Frauen Afrikas zum Ausdruck kommt. Es ist das zur Zeit einzige noch aufgelegte Buch von ihr in Deutschland.
Social Business:
Von der Vision zur Tat
Autor: Muhammad Yunus
Verlag: Hanser
Erscheinungsdatum: 2010
Umfang: 274 Seiten
Kosten: 19,90 €
ISBN 978-3446423510
Beschreibung:
Muhammad Yunus, der Friedensnobelpreisträger und Wirtschaftswissenschaftler aus Bangladesh, widmet sein neues Buch allen Menschen, „die bereit sind, sich für die Veränderung der Welt zu engagieren“. Er selbst hat einen Weg dazu bereitet mit dem Aufbau der Grameen-Bank, die Kleinstkredite an die Ärmsten vergibt. Mit Social Business schlägt er nun ein wirtschaftliches Konzept vor, das sich um die Lösung sozialer Probleme mit marktwirtschaftlichen Prinzipien kümmert. Der Unterschied zum Business wie üblich: Gewinne werden nicht ausgeschüttet an Eigentümer oder Shareholder, sondern verbleiben im Unternehmen und werden ausschließlich wieder für soziale Entwicklung investiert. Ein pragmatischer Vorschlag, der gleich umzusetzen wäre - wenn sich Investoren finden.
50 Jahre deutsche Entwicklungszusammenarbeit:
Das BMZ von Walter Scheel bis Dirk Niebel.
Autor: Wolfgang Gieler
Verlag: Scientia Bonnensis
Erscheinungsdatum: 2011
Umfang: 304 Seiten
Kosten: 39,90 €
ISBN 978-3940766410
Beschreibung:
Vor 50 Jahren wurde das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gegründet. Das vorliegende Buch gibt einen fundierten Überblick über das Wirken von zwölf entwicklungspolitischen Ministerinnen und Ministern, ein grundlegendes Werk zur deutschen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit. Es ist jedoch mehr als ein übersichtliches Nachschlagewerk und Lesebuch für alle politisch Interessierten und Verantwortlichen. Dem Herausgeber Wolfgang Gieler, Ethnologe, Politologe und Professor für Intercultural und International Studies an der Okan-Universität Istanbul, ist es gelungen, eine nachvollziehbare kritische Analyse von 50 Jahren deutscher Entwicklungspolitik vorzulegen.
Für die weitere entwicklungspoltische Diskussion lohnt es sich, die Thesen von Wolfgang Gieler, zusammengefasst auf 63 Seiten, zu lesen. Vor allem Journalisten und Entscheidungsträger könnten ihren Blick auf die Dynamik der noch immer unterschätzten Länder schärfen:
Reguliertes Chaos Entwicklungszusammenarbeit:
Eine Streitschrift zum westlichen Ethnozentrismus
Autor: Wolfgang Gieler
Verlag: Scientia Bonnensis
Erscheinungsdatum: 2011
Kosten: 12,90 €
ISBN 978-3940766465
27.05.2012 | 17:00 Uhr
EinsPlus nimmt Sie mit in eine Zeit intensiver Begegnungen mit der Natur, mit anderen Menschen und vor allem mit sich selbst!
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